TSV-Gymnastik – Ausflug 12. Mai 2026

Vom Vorschlag an unserem Stammtisch am 25. März bis zur ersten Umsetzung ging es schnell. Ein monatlicher Nachmittagsausflug mit Kunst / Kultur / kleinen Wanderungen in der näheren Umgebung war angedacht.

So trafen sich am 12. Mai 13 Sportlerinnen und Sportler (leider winterlich verpackt) um 13 Uhr am Osteingang des Johannisfriedhofs in Nürnberg, vorbildlich mit den ,,Öffentlichen“ angereist. Unter Führung von Charlotte Scheffler aus Dietersdorf begannen wir an der 7. Station des Nürnberger Kreuzweges von Adam Kraft – der vom Pilatushaus zum Johannisfriedhof führt – mit unserem Rundgang.

Kurzweilig wurden wir über die Geschichte des Friedhofs informiert. Hervorgegangen aus einem ehemaligen Siechkobel und späteren Pestfriedhof, ist er seit über 500 Jahren Stadtfriedhof. Über Jahre hinweg bewahrte der Rat der Stadt die Einheitlichkeit der Sandsteingrabsteine, in Form und Ausrichtung, nach dem sog. ,,Nürnberger Maß“ (1,67 m x 0,84 m) , dessen Länge an der Holzschuherkapelle sichtbar gemacht wurde. Im Tod sollten alle gleich sein. Aufgrund der Nähe des Stadtteils Sebald findet man hier die Begräbnisstätten bedeutender Innenstadtbewohner Nürnbergs u.a. von Hans Sachs, Veit Stoß, Willibald Pirckheimer und nicht zuletzt Albrecht Dürer. Neben seinem Grab, wie bei vielen anderen, wächst ein wunderschöner uralter Rosenbusch.

Verziert sind viele Gräber mit wertvollen Epitaphien der Nürnberger Rotgießer. Aus Messing oder Bronze gefertigte Tafeln erzählen vom Verstorbenen. Charlotte erläuterte uns, wie die Darstellungen lesbar sind. Aussagen über Ehestand, Kinder, Beruf und Herkunft der Namen (sprechende Wappen) wurden eindrucksvoll umgesetzt.

Am Steinschreiberhaus (frühere Friedhofsverwaltung) vorbei, ging es in die St. Johanniskirche mit dem Passionsaltar und dem Imhoffaltar (um 1511 mit Malereien des Dürer Schülers Wolf Traut) und weiter in den ,,neueren“ Teil des Friedhofs zum überdimensionalen Grab der Industriellenfamilie Cramer-Klett, ein künstlicher Felsen aus Gusseisen mit einem weitläufigen Metallzaun umgeben.

 

 

Auf einen späteren Besuch warten die Arkaden, eine Grufthalle aus dem 19. Jahr-hundert, aktuell wegen Sanierung eingehüllt.

Vorbei am Müntzerschen Grab mit einer sieben Meter hohen Gedenkstele ging es Richtung Hesperidengärten (Hesperiden = aus der griechischen Mythologie Nymphen, die einen Baum mit goldenen Äpfeln bewachen).

Nürnberger Patrizierfamilien nahmen sich die Pracht, die der Adel in seinen Landsitzen entfaltete als Vorbild und legten rund um ihre Sommerhäuser Barockgärten mit formalen Rasenflächen, Blumenbeeten und Limonen- / Orangen- und Pomeranzenbäume nach italienischem Vorbild an. Charlotte erzählte uns von dem abenteuerlichen Weg der Pflanzen über die Alpen. Wir schlenderten vorbei an Steinskulpturen, die im rechtwinkligem Wegenetz integriert sind, an kleinen Brunnen, Nischen mit Sitzbänken und einem kleinen Gewürzgarten.

 

Die Kälte forderte ihren Tribut und uns zog es in die Wärme. Ziel war das Cafe Dampfnudelbäck, wo wir den Nachmittag bei Gewürzkakao, Cappuccino, Dampfnudeln oder Kaiserschmarrn ausklingen lassen konnten, bevor wir uns, direkt mit der Straßenbahn oder mit kleinem Spaziergang über den Trödelmarkt, auf den Heimweg machten.                           

Schön war`s – DANKE für die Organisation